»Je früher ihr kommt, umso besser!« hatten wir noch jedem gesagt, der bei der Konferenz, die am Dienstag im Festsaal Kreuzberg statt fand, mithelfen sollte. Auch den Gästen hatten wir das gesagt, denn wir wussten, es würde voll werden. Und stressig.
Aber, oh Wunder: es hat wirklich alles hervorragend geklappt und auch nochmal an dieser Stelle, denn man kann es nicht oft genug sagen, super vielen Dank für all die Hilfe, am und im Kassenhäuschen und an der Bar, am Licht, am Ton und an der Musik, im Auto und im Baumarkt, an den Sandwiches und Suppentellern, auf den Sofas und den Holzstühlen, dank an die Liveblogger, die anwesenden Journalisten und unsere Unterstützer von be Berlin und Projekt Zukunft.
Alle Zeichnungen in diesem Artikel sind “gezeichnete Konversationen” von Anna Lena Schiller, alle weiteren dokumentierten Panels gibt es auf ihrem Flickr-Profil
Pünktlich um 14:30 ging es los mit einem Grußwort von Alexander Kölpin von beBerlin, der sich beeindruckt zeigte ob der geglückten Organisation in so kurzer Zeit, bevor uns Max Senges auf eine Reise durch die Philosophie des Streits bis hin zu konkreten Beispielen von Streitstrukturen und Technologierahmen mitnahm. Gutes Feedback bekam vor allem seine Idee der »Weißen Fahne« als deutliches Symbol der Aufgabe in einem Streit.
Anschließend moderierte Markus Angermeier aka Kosmar ein launiges Panel zu Privatheit und Datenschutz auf der Falk Lüke (Verbraucherzentrale Bundesverband) und Jodok Batlogg (CTO VZ-Netzwerke) sich ein unterhaltsames Wortgefecht lieferten, Alex Korth (Make Customers Friends) konnte die Diskussion mit interessanten Details aus Studien und Forschung bereichern.
Die Kaffeepause reichte gerade zum Kuchen holen, bevor Heiko Hebig zusammen mit Axel Roselius (der schon interaktive TV und Telefon-Mashups machte, als man noch freie Frequenzen via Hochseeschiffahrt besetzen konnte: Piazza Virtuale) und Till Behnke (Betterplace.org) über Vergangenheit und Zukunft des sozialen Webs plauderten.
Ein Blick in die Praxis hieß es dann für eines der meistgelobten Panels, auf dem Communitymanager aus ihrer täglichen Arbeit berichteten. Theresa Bücker von der Freitag, Nicole Paschke von PANORAMA3000, Nadine Freischlad von Jovoto und Roman Hänsler von Aka-Aki sprachen mit Thomas Kaspar (Chip) über ganz reale alltägliche Streitfälle und Probleme und den Aufwand den das Management von Communities, Kunden oder meinungsfreudigen Lesern mit sich bringt.
Alle freuten sich auf das anschließende Aufeinander-Treffen zweier Dinosaurier der deutschen Blogosphäre: Nico Lumma und Johnny Häussler, flankiert von Volker Gaßner (Greenpeace) und Björn Ognibeni (Berater, u.a. Jung von Matt). Es sollte um Organisation und Marketing in Social Media gehen, aber anscheinend ist dazu schon alles gesagt oder der richtige Fluss wollte nicht aufkommen. Wie Unternehmen oder NGOs das Zuhören organisieren können, wie man den immensen Input des Webs aufnehmen kann, wie sich Strukturen verändern und was das alles für die eigene Arbeit ausmacht, war leider nur zu Teilen zu erfahren. So sorgte die Twitterwall für den Hauptpart der Unterhaltung, was allerdings auch wieder als unhöflich empfunden wurde.
Schnell jedoch ließ das Publikum sich wieder vom abschließenden Höhepunkt des Konferenzteils einfangen: Sascha Lobo vs Hajo Schumacher im Gespräch mit Dörthe Eickelberg über Chancen und Risiken von Social Media für Politik, Gesellschaft und Kultur. Die schlagfertigen Alphatiere beharkten sich aufs Köstlichste, geizten nicht mit humorvollen Vergleichen und waren sich überraschend oft einig. Ein echtes Highlight, das auch als Video zu genießen ist.
Stühle wurden geräumt, Suppen gelöffelt, die starre Ordnung löste sich auf: Der Oskr sollte verliehen werden. Nilz Bokelberg stellte die Nominierten mit den kurz erzählten Geschichten ihres Streites vor, die Spannung stieg. Der perfekte Augenblick für Metroccolis, die mit ihrer Roboter-Pantomime viel Symbolik transportieren konnten: Der ferngesteuerte Mensch, die Abhängigkeit von der Technik und die Rache der Maschine. Und die Angst der Präsentatoren, bei der gewagten Akrobatik könnte der auf der Bühne geparkte Preis zu Bruch gehen.
Jetzt ging es nur noch darum, den Oskr zu verleihen, und er ging an.. Dawanda vs Jack Wolfskin! Dawanda waren in Person der Gründer Claudia Helming und Michael Pütz zugegen, freuten sich sichtlich über den Preis und dankten der Community für ihre Unterstützung. Aber auch von Jack Wolfskin gab es eine Nachricht: Sie konnten persönlich nicht zugegen sein, haben viel aus der Geschichte gelernt, nehmen den Preis mit einem Schmunzeln an, würden aber dennoch in Zukunft weitere Preise der Art versuchen zu vermeiden. Es gab viel Applaus, sowohl für Dawanda als auch für Jack Wolfskin.
Und dann war sie auch schon zu Ende, die #smwberlin Conference. Uns hat es wahnsinnigen Spaß gemacht, das auf die Beine zu stellen und wir hoffen sehr, dass es dem Publikum auch so ging. Alle Vorträge und die Verleihung kann man sich auf Zaplive noch einmal anschauen und dass wir einen weiteren, kleinen Streit über Für und Wider von Twitterwalls auslösen konnten, zeigt wie wichtig es ist das Menschen ab und an von den Tastaturen aufschauen, sich treffen und miteinander reden – und danach drüber bloggen und twittern. #yeahhh



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