Christoph Kappes im Interview „Wir glauben, dass ein großer Teil der Bücher wird in Zukunft digital gelesen wird“


Social Media Week

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Gastbeitrag von Dennis Schrader (bloggte während der #SMWHH für die “Macromedia Blogger”) 

 

Im Rahmen der Social Media Week Hamburg sprach Christoph Kappes, Founding Partner von  Sobooks.de, in einer Diskussionsrunde über die Zukunft des Buches und fand nach der Veranstaltung noch Zeit für weitergehende Fragen, die Dennis Schrader von der Hochschule Macromedia stellte.

Schrader: Herr Kappes, Sie betrachten das Buch im Gegensatz zu vielen anderen nicht romantisch, sondern einfach als Medium. Und das E-Book als logischen nächsten Schritt innerhalb des kulturellen Wandels, der stattfindet. Warum denken Sie, halten manche Menschen so sehr an Printbüchern fest?

Kappes: Es gibt praktische Gründe. Das Buch geht nicht so leicht kaputt wie ein elektronisches Gerät. Es ist auch die Gewohnheit. Das Blättern ist tatsächlich einfacher als eine E-Book-Software zu bedienen. Das Haptische bereitet vielen Lesern Vergnügen.

Es gibt gute Gründe dafür. Ich selber benutze immer noch gerne Bücher – Printbücher, wenn ich Informationen wirklich in der Tiefe bearbeiten will. Das heißt ich muss mit dem Text arbeiten, ich muss ihn markieren, Zeichnungen daran machen, dann kann ich ihn besser speichern für mich.
Ich nutze Print, wenn es keine Alltagsliteratur ist, sondern etwas, was ich verstehen will.

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© Copyright Xenia Zarafu

Schrader: Sie haben eben erwähnt das Internet sei primär ein Textmedium. Welche Rolle spielen dann multimediale Inhalte für Sie im Internet?

Kappes: Das ist eine sehr allgemeine Frage. Ich denke jeder Medien-Typ, jedes Format hat seine Berechtigung. Das Buch ist für längere Geschichten, die Spannungsbögen erzeugen und zur Vertiefung einladen.

Wenn wir von Fiktion reden, ist das mit dem Video daher nicht vergleichbar, das nur einen kurzen Impuls gibt. Aber natürlich in 3 Minuten mindestens genauso unterhaltsam sein kann wie ein Buch.

Schrader: Dennoch sehen Sie das Internet als guten Ort für Bücher und Texte?

Kappes: Ja, das Internet ist aber ein Container für verschiedene Medien-Typen – auch Meta-Medium genannt – in den andere Medien-Typen integriert und synchronisiert werden.

Schrader: Wenn wir vom Buch – also E-Book und Print-Buch inbegriffen –  sprechen:  Wo sehen Sie das Buch in 10 Jahren?

Kappes: Ich glaube, es wird immer ein Segment geben, in dem Menschen sehr günstig über eine Flatrate – unter 5 Euro oder werbefinanziert – sehr viel lesen.
Vor allem junge Leute nutzen das auf elektronischen Geräten und nicht mehr in Print. Es wird auch weiterhin ein Segment geben, das qualitativ anspruchsvollere Inhalte enthält. Dort wird es aus meiner Sicht auf absehbare Zeit keine Flatrates geben, weil das nicht durchsetzbar ist und auch zu Lasten der Autoren wäre.
Dort wird man weiterhin bereit sein, Geld zu zahlen. Allerdings dann nicht in der 12-Euro-Klasse, sondern eher in der 5-7 Euro-Klasse.

Wir haben Sobooks gegründet, weil wir denken, dass ein großer Teil der Bücher in Zukunft digital gelesen wird.

Vielen Dank für das spontane Interview, Christoph Kappes!

Einen Rückblick auf die Podiumsdiskussion zur Zukunft des Buches mit Christoph Kappes lesen Sie hier!


ABOUT THE AUTHOR

Dennis Schrader studiert Digital Media Management im ersten Semester an der Hochschule Macromedia in Hamburg. Seine Leidenschaften sind das Kochen, Bücher und nicht zuletzt das Internet. Er schreibt außerdem auf seinem eigenen Blog über Internet Marketing und Bloggen.
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Während der Social Media Week Hamburg war Dennis im Auftrag der “Macromedia Blogger” auf diversen Veranstaltungen unterwegs und berichtete. 

 



macromedia blogger

M.A., Hochschule Macromedia

Die Macromedia Blogger sind Studierende vom Hamburger Campus der Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences. Die angehenden Medienmanager, Journalisten und Mediendesigner berichten über aktuelle Medienevents und Trends für die digitale Welt von morgen. Rund 2.000 Bachelor- und Masterstudierende lernen an der private Hochschule Macromedia den digitalen Wandel zu gestalten. Die staatlich anerkannte Hochschule ist in München, Stuttgart, Köln, Berlin und Hamburg vertreten. Mehr unter www.hochschule-macromedia.de



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