Youtube, Periscope & Co – Social Media Im Spannungsfeld Zwischen Rechtlich Erlaubtem Und Technisch Möglichem


Social Media Week

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Der Mythos vom rechtsfreien Raum Internet

Die Vorstellung vom ‘rechtsfreien Raum Internet’ sollte sich bei den Usern der zahlreichen sozialen Netzwerke mittlerweile verflüchtigt haben, so Katharina Voigtland Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht. Das Internet bietet diverse Möglichkeiten, sich auf vielen verschiedenen Wegen zu verständigen. Über geteilte Videos, Fotos oder via Echtzeit-Streaming. Doch oft werden Inhalte geteilt, über die man genau genommen gar nicht verfügen darf. Wann besitze ich das Recht, Fotos und Videos zu teilen? Wer darf wie auf Inhalten zu sehen sein und wann sollte ich eventuell zweimal überlegen, ob ich mit dem nächsten Post nicht sogar eine Urheberrechtsverletzung begehe? Über einige Beispiele, hat die Rechtsanwältin Voigtland in Ihrem Vortrag Youtube, Periscope & Co – Social Media im Spannungsfeld zwischen rechtlich Erlaubtem und technisch Möglichem in der Markthalle aufgeklärt.

Vom Framing bis zur unbeteiligten Person im Livestream

Vera 1Das ‚Framing‘ ist ein festes und beliebtes Tool im sozialen Netzwerk Facebook, erläutert Voigtland in ihrem Vortrag. Framing, also das „Einbetten“ von nicht selbst erstellten Inhalten in einen Post oder auf der eigenen Facebookseite, führt häufig zu unwissentlichen Urheberrechtsverletzungen, die, wenn sie dem Rechteinhaber kenntlich werden, zu einer Abmahnung führen kann. Denn – ein Video das zum Beispiel auf der Plattform Youtube vorzufinden ist, darf nur weiterverwendet werden, sofern das Video auf legalem Wege, also auch vom Rechteinhaber, bei Youtube hochgeladen wurde. Dies ist bei vielen anonymen Uploadern auf Youtube häufig nur schwer nachzuvollziehen, verdeutlicht Rechtsanwältin Voigtland den #SMWHH-Besuchern. Wenn dort bereits ein Missbrauch der Rechte vorliegt, ist die Weiterverwendung ebenfalls illegal.

Die App Periscope erfreut sich mittlerweile vieler mitteilungsfreudiger Benutzer. Im letzten Jahr waren bereits mehr als 10 Millionen User aktiv, um Videos in Echtzeit per Livestreaming hochzuladen und sie mit anderen Usern zu teilen. Aber auch hier, warnt Voigtland, lauern einige „Gefahren“ für den Benutzer. Zumindest sollte jedem bewusst sein, dass bei Videoaufnahmen schnell Persönlichkeitsrechte verletzt werden können: Da reicht es schon, wenn eine unbeteiligte Person zufällig durchs Bild läuft und zu erkennen ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, so Rechtsanwältin Voigtland, sollte immer über das Einverständnis beteiligter Personen verfügen. Diese kann sowohl schriftlich als auch mündlich zugeteilt werden oder auch durch „schlüssiges Verhalten“.

Musik als unwesentliches Beiwerk

Auch die Verwendung von lizensierter Musik spielt im Panel eine Rolle. Wie ist die Rechtslage, wenn ich ein Video teile, bei dem im Hintergrund Musik spielt? Voigtland erklärt, dass Musik ohne Lizenzerwerb nur verwendet werden darf, wenn sie ein „unwesentliches Beiwerk“ darstellt. Das bedeutet, die Musik spielt eine deutlich untergeordnete Rolle. Sie nimmt keine bedeutsame Position ein, unterstreicht den Inhalt des Videos also nicht.

Zum Abschluss beschäftigt sich der Vortrag mit den Rechten am Bild. Hier gilt zu erst einmal die wichtigste Regel: Jedes Bild ist urheberrechtlich geschützt! Das Recht eines Bildes liegt immer beim jeweiligen Fotografen. Für jedes Bild das man verwendet, braucht man ein Einverständnis.

Oft verweist die Rednerin in ihrem Vortrag darauf, dass bei Fällen des Urheberrechts-, Lizenz- oder dem Persönlichkeitsrechtsmissbrauch der Einzelfall entscheidet. Pauschale Urteile zu fällen, ist in der Regel schwer. Auch gibt sie zu, dass es häufig eine Ermessensentscheidung ist, was man teilt und was nicht. Man sollte abwägen in welchem Kreis man Inhalte teilt. Besonders wenn man die Rechte nicht hält. Denn sonst kann es schnell und zu Recht zur Klage kommen.

About the Author

Christopher Putz studiert an der Macromedia im vierten Semester Journalismus mit dem Schwerpunkt Sport.

Während der Social Media Week Hamburg ist Christopher im Auftrag der “Macromedia Blogger” auf diversen Veranstaltungen unterwegs und berichtet. 



macromedia blogger

M.A., Hochschule Macromedia

Die Macromedia Blogger sind Studierende vom Hamburger Campus der Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences. Die angehenden Medienmanager, Journalisten und Mediendesigner berichten über aktuelle Medienevents und Trends für die digitale Welt von morgen. Rund 2.000 Bachelor- und Masterstudierende lernen an der private Hochschule Macromedia den digitalen Wandel zu gestalten. Die staatlich anerkannte Hochschule ist in München, Stuttgart, Köln, Berlin und Hamburg vertreten. Mehr unter www.hochschule-macromedia.de



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