Wohin geht die Reise? Über die Zukunft der Reisebranche und das Reisebüro 4.0


Social Media Week

Social Media Week is a leading news platform and worldwide conference that curates and shares the best ideas and insights into social media and technology's impact on business, society, and culture.


Neue Technologien beeinflussen mehr und mehr unsere täglichen Entscheidungen, nicht zuletzt unser Reiseverhalten. Die gesamte Reisebranche beschäftigt also die Frage nach der Zukunft, dem Reisebüro 4.0. Welche neue Seiten bringt das mobile Reisen mit sich? Und wie stark ist der Einfluss der mächtigen Blogger denn nun wirklich? Fragen wie diesen wurde am „Lifestyle & Travel Tag“ der Social Media Week 2017 in der Superbude St. Pauli auf den Grund gegangen. Andrea Frahm, Maximilian Lober, Joachim Schmidt und Evelyn Narciso (im ersten Panel), Klara Fuchs, Monica Horak, Konstantin Peschew, Carla Vollert und Andrea Weissmann (im dritten Panel) diskutierten über Themen rund um das neue, digitale Reiserlebnis.

Wo die Urlaubsreise heutzutage gebucht wird, wissen wir alle: am Rechner oder mit dem Smartphone. Nur an der sauberen Umsetzung der Technologie hapert es noch. Oder eben an den Oldschool-Fans unter uns, die sich mit ihrem ausgedruckten Ticket in der Hand doch sicherer fühlen.

Agile Social Media Strategien

Der Weg zum digitalen Ticket ist eigentlich naheliegend, denn Facebook, Instagram und Snapchat dienen längst als Inspirationsquelle. Über die Auswahl der Kanäle entscheiden die Kommunikatoren selbst längst nicht mehr, denn die Zielgruppe gibt vor, welcher Content wo wirkt. „Wichtig ist, sich auf wenige Netzwerke zu konzentrierten“, meint Evelyn Narciso vom Reiseblog Landmeedchen – lieber Qualität als Quantität. DAS eine Soziale Netzwerk für die Reisebranche, das scheint es (noch) nicht zu geben. „Klar an Facebook kommt keiner vorbei, da es verschiedene Funktionen bündelt“, so Joachim Schmidt von Intensive Senses. Er empfiehlt zusätzlich einen Blog als Social Media Hub, aus einem einfachen Grund: Herr über den seinen eigenen Content sein und bleiben. Den regelmäßigen Algorithmen-Wechsel der sozialen Netzwerke gehe man damit aus dem Weg – denn sind diese einmal etabliert, funktioniert so manche Social Media Strategie längst nicht mehr wie geplant.

Die Inspirationsquelle des modernen Reisens: Blogger und Influencer. Sie haben immer die passenden Reisetipps im Gepäck! Doch wer hätte es gedacht: Die Reichweite ist dabei heutzutage schon wieder ein Stück weit in den Hintergrund gerückt. Hunderte Follower reichen nicht aus, um zu überzeugen. User und auch Unternehmen verlangen Authentizität, Expertenwissen, Emotionen und einen konkreten Mehrwert. Wichtig ist, dass Blogger zum Unternehmen und zur Marke passen. Umgekehrt genauso.

Reisende suchen Freiheit – Blogger im Dienste ihrer Community

Und die Zielgruppe selbst? Da sind sich alle Reiseblogger einig: Es geht um Unabhängigkeit, um Freiheit. Weg vom Mainstream lautet die Devise. Planung? War gestern! Das Unbekannte reizt heute. Dafür ist man bereit, einfach mal abzuschalten. Es sei denn es geht darum, als Blogger die eigene Community zu bespaßen. Die Urlaubsunternehmungen genießen sie weniger für sich, sondern viel mehr für ihre Community. Etwa Andrea Weissmann vom Reiseblog Reisen für mich kennt das Spiel: „Es hat sich dadurch einiges geändert. Es ist ein Stück weit mehr Stress in den Urlaub gekommen. Es gibt Tage an denen ich sage, dass ich Content brauche. Dann schaue ich mir Sachen an oder mache Sachen, die ich vorher nicht gemacht hätte. Aber ich weiß, dass meine Leser sich darüber freuen.“

Mit Mobile näher dran am Erlebnis

Und die Zukunft? Ganz klar immer mehr Mobile: „Travel is inherantly mobile. You don´t wanna be spending a lot of time sitting at home planning your trip. You wanna be taking the trip“, so die GoEuro Produktmanagerin iOS/Android Monica Horak. Wir dürfen gespannt sein auf intelligente Apps, die den Reisenden auf Basis ihrer individuellen Präferenzen oder in der Vergangenheit bereisten Destinationen die vermeintlich besten Ziele empfehlen.

Die Zukunft ganz konkret stellt bereits Voya vor. Als digitales Reisebüro und in Form einer All-in-one-Reiselösung. Wie funktioniert Voya? Die Reiseanfrage für Reiseverbindung, Hotel und Transfer wird einfach per Chat über die Weboberfläche oder per Mobile-App gestellt. Der zuständige Voya Travel Agent schickt daraufhin die beste Option, ganz persönlich und individuell. Der Reisende kontrolliert diese im Chat und kann mit einem Klick buchen. Buchungsbestätigung, Kalendereintrag und digitale Boardkarte werden dem Reisenden direkt zugesendet. Klingt super, oder?

Doch einen Haken gibt es da noch: Voya steht momentan nur für Unternehmen und Geschäftsreisende zur Verfügung. Leider nicht für uns Sonnenanbeter, Insel-Hopper und Rucksacktouristen. Deswegen ein Aufruf an euch, die Entwickler von morgen: #youchange.

About the Author:

Carina Rodekohr studiert im 3. Semester den Open Media Master Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Macromedia und schreibt zurzeit in Kooperation mit dem Jahreszeitenverlag und intosite ihre Masterarbeit. Nach ihrem Studium möchte sie in Strategie und Markenführung arbeiten.



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Studierende am Campus Hamburg, Hochschule Macromedia

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